Fünf Sprachen in Österreich vom Aussterben bedroht
In Österreich sind fünf Sprachen vom Aussterben bedroht. Das hat die UNESCO am 19. Februar in Paris im Rahmen des vorgestellten Atlas bedrohter Sprachen verkündet.
Weltweit sind schätzungsweise 6.000 Sprachen bekannt, mehr als ein Drittel davon ist vom Aussterben bedroht. "Der Tod einer Sprache bedeutet zugleich das Verschwinden eines kulturellen Erbes, von Gedichten über Legenden bis zu Sprichwörtern und Scherzen", sagte UNESCO-Direktor Koichiro Matsuura.
Warum sterben Sprachen aus?
Nach Meinung von Christopher Moseley (Herausgeber des Atlas) sind die häufigsten Gründe für das Aussterben von Sprachen Kriege und Vertreibungen. Aber auch Einwanderer, die mit ihren Kindern nur noch die Sprache der neuen Heimat sprechen, um ihnen die Integration zu erleichtern, trügen zu dem Verschwinden bei.
Die vom Aussterben bedrohten Sprachen in Österreich sind:
Burgenländisch-Kroatisch wird nur noch von 30.000 Menschen gesprochen, nicht nur im Burgenland sondern auch in Ungarn und in der Slowakei.
Romanes ist die Sprache der Roma und Sinti und wird noch von 3,5 Mio. Menschen gesprochen.
Allemannische Dialekte werden noch von rund 10 Mio. Menschen gesprochen, neben der Schweiz, Liechtenstein, Teilen Deutschlands, Frankreichs und Italien auch in Vorarlberg.
Jiddisch war früher in Ost- und Zentraleuropa weit verbreitet, wird aber heute nur noch in kleinen Gebieten in Weißrussland und der Ukraine sowie von jüdischen Gemeinden in größeren Städten gesprochen.
Bayrische Dialekte werden laut UNESCO-Atlas noch von 12 Mio. Menschen gesprochen, nicht nur in Bayern sondern in ganz Österreich (Ausnahme Vorarlberg) und in Südtirol.
Quelle: APA/ZukunftWissen
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