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Die Universität Graz suchte das (Un)-Wort und den (Un)-Spruch des Jahres 2008. Bis 10. November hatte man Zeit, Wörter und Sprüche einzureichen. Heute, am 11. Dezember, ist die Entscheidung gefallen!
Lebensmensch
Dieses Wort, das schon in der Autobiographie von Thomas Bernhard vorkommt, erlangte erneute Aktualität in Zusammenhang mit dem Verlust nahestehender Menschen und ist durch seine Grundbedeutung "der wichtigste Mensch meines Lebens" überaus positiv besetzt.
Es ist im heurigen Jahr in Zusammenhang mit dem Ableben zweier bekannter österreichischer Politiker mit unterschiedlicher Deutung und Wertung gebraucht worden. Seine Bedeutungsambivalenz und sein hoher emotioneller Wert machen "Lebensmensch" zum Wort des Jahres 2008.
Vize-Wort des Jahres 2008 wurde "Krocha", Bronze geht an das Wort "Wachteleierkoalition".
Un-Wort des Jahres
Zum Un-Wort des Jahres 2008 wurde "Gewinnwarnung" gewählt. Die Silbermedaille geht an "Heimatpartei", gefolgt von "Kulturdelikt".
"Gewinnwarnung" erlangte aufgrund der weltweiten wirtschaftlichen Schwierigkeiten große Aktualität und eine erhöhte Verwendungshäufigkeit. Darüber hinaus ist es aus sprachlicher Sicht interessant, dass es scheinbar vor Gewinnen warnt, tatsächlich aber Verluste bzw. verminderte Gewinne meint.
(Un)-Spruch
"Wir haben nur unsere Stärken trainiert, deswegen war das Training heute nach 15 Minuten abgeschlossen". Dieser von Josef Hickersberger während der Fußball-EM getätigte Sager wurde als Spruch des Jahres 2008 gewürdigt.
Mit dem Spruch "Es reicht" wurde das wichtigste politische Ereignis 2008 eingeleitet, die Neuwahlen. Diese Äußerung wurde zum Un-Spruch des Jahres gewählt.
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