Ende der Kreidezeit?
Spätestens seit der Interpädagogica 08 in Graz lässt sich der Einzug von interaktiven Whiteboards in das österreichische Schulgeschehen nicht mehr von der Hand weisen. Im BORG Linz, Honauerstraße und in der Vienna International School werden die Whiteboards bereits aktiv im Unterricht eingesetzt. Die Schulen wurden über den didaktischen Mehrwert, aber auch über Nachteile und Probleme, die Whiteboards mit sich bringen, befragt.
Verdrängen Whiteboards alle weiteren Unterrichtswerkzeuge?
Die befragten Lehrkräfte antworten auf diese Frage mit einem energischen "Nein" und sehen Whiteboards mittlerweile - nach dem Abflauen der großen Anfangseuphorie und der Anziehungskraft des neuen Tools - als zusätzliche Unterrichtswerkzeuge neben vielen anderen.
Wo liegt der pädagogische Mehrwert?
LehrerInnen und natürlich auch SchülerInnen können Unterrichtsinhalte, die auf dem Whiteboard via Beamer dargestellt werden, präsentieren, bearbeiten, ergänzen, löschen, hervorheben, verbergen und vieles mehr. Am Ende einer Einheit können die virtuellen Unterrichtsergebnisse abgespeichert und in das von der Schule verwendete Lernmanagementsystem hochgeladen und weiterverwendet werden. Auch der Einsatz von Multimedia-Inhalten im Unterricht wird durch das Whiteboard optimal unterstützt werden.
Dies führt aber bereits zu dem Punkt, der maßgeblich für den Unterrichtserfolg von interaktiven Whiteboards ausschlaggebend ist: dem didaktisch sinnvollen Einsatz der Unterrichtswerkzeuge. Denn darüber, dass interaktive Whiteboards keine "Zaubertafeln" sind, als welche sie auf den Websites der Anbieterfirmen so oft angepriesen werden, sind sich die LehrerInnen, mit denen wir im Zuge dieses Dossiers gesprochen haben, auch einig. Es bedarf guter und didaktisch ausgereifter Unterrichtsideen und einer fundierten Unterrichtsvorbereitung um den Unterricht mit Whiteboards zu einem gelungenen Unterricht zu machen.
Wie lange braucht man für die Vorbereitung?
Die Vorbereitung nimmt mit Sicherheit genau soviel, wenn anfänglich nicht sogar mehr Zeit in Anspruch wie die Vorbereitung einer "herkömmlichen" Stunde; denn wie bei jedem neuen Unterrichtswerkzeug dauert es einfach eine Weile, bis man es routiniert im Unterricht einsetzen kann. Die Grundkenntnisse erlernt man zwar in 2-3 Stunden, nur ist es damit meist noch nicht getan. Erst nach ausführlichen Schulungen, Workshops und laufenden Coachings fühlen sich LehrerInnen in der Regel richtig sicher beim Arbeiten mit Whiteboards. Ein großes Problem beim konkreten Einsatz der Whiteboards im Unterricht stellen dann jedoch leider immer wieder die Tücken der Technik dar und hierfür ist es besonders wichtig, mit der Hilfe von technisch versierten KollegInnen oder einem Technik-Support-Team rechnen zu können.
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