Cyberbullying - Mobbing 2.0
Handy und Internet sind für SchülerInnen ein Teil des täglichen Schulalltags. Meist kennen sich SchülerInnen oft besser mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) aus als ihre LehrerInnen oder Eltern. Die neuen Medien können aber auch negativ eingesetzt werden. Das Word Wide Web und Mobiltelefone werden vermehrt im Zusammenhang mit psychischer und physischer Gewalt genutzt. Klassenkameraden und PädagogInnen können rascher und anonymer bloßgestellt werden. Weiters erreicht man extrem viele Menschen über das Internet.
Cyberbullying?
Cybermobbing bzw. Cyberbullying unterscheidet sich vom gewöhnlichen Mobbing nicht wesentlich und ist ein Ausdruck für nachstellendes oder verletzendes Verhalten über elektronische Medien. Cyberbullying ist vielfältig: Bloßstellende Fotomontagen, die im Netz veröffentlicht werden, Aufrufe in Foren oder sozialen Netzwerken, eine bestimmte Person per SMS oder mit Anrufen zu belästigen und vieles mehr. Der Schaden für die Betroffenen wächst mit der Zahl der BetrachterInnen. Die Folgen für die Betroffenen sind mitunter schwerwiegend: Reduziertes Selbstbewusstsein, Schul-Unlust, sozialer Rückzug, verminderte Konzentrationsfähigkeit oder psychosomatische Beschwerden.
eduCard könnte helfen
MinR Dr. Reinhold Hawle vom Unterrichtsministerium meinte, man solle Cybermobbing "nicht dramatisieren" und müsse es in einem größeren Zusammenhang sehen. Seiner Meinung nach könnte man dem Phänomen mit elektronischen "Schülerkarten" wie der eduCard zu Leibe rücken. Mit einer solchen könnten Kinder und Jugendliche in Schulen nur mehr mit einem Passwort ins Internet und auch die Problematik der illegalen Downloads wäre damit seiner Meinung nach ebenfalls gelöst. Die Karten sind an einigen Schulen im Test. Weiters meinte Psychologe Gerald Kral, dass das Mobbingproblem in Schulen auf kommunikativem Weg gelöst werden sollte. Es wäre sinnvoll, vorbeugend mit den Jugendlichen darüber zu sprechen.
Mobbing kann nur in den Hausordnungen bestimmt werden
Im österreichischen Schulunterrichtsgesetz wird auf Mobbing via IKT nicht eingegangen. Bestimmungen zum Mobbing können höchstens in den Hausordnungen der einzelnen Schulen festgeschrieben sein - diese sind allerdings nicht rechtsverbindlich, so MinR. Dr. Wolfgang Fingernagel, Sprecher des Unterrichtsministeriums. Weiters sind Schulen nicht gezwungen, die Behörden über Mobbingfälle zu informieren. In Großbritannien wurde bereits von staatlicher Seite dagegen vorgegangen. In Österreich stellt Cybermobbing noch keine größere Problematik dar.
Das britische Schul-, Kinder- und Familienministerium (UK DCSF) empfiehlt Schulen, einen Ansprechpartner für Cyberbullying zu bestimmen, ihre Anti-Mobbing-Leitlinien auf den neuesten Stand zu bringen und das Melden zu vereinfachen. Betroffenen SchülerInnen soll dabei geholfen werden, Beweise zu sammeln (Speichern von Sprachnachrichten, Notieren von Webadressen oder Erstellung von Screenshots von verleumderischen Online-Inhalten). Die Fälle sollten aufgezeichnet werden, um den oder die Mobber zu identifizieren.

Quelle: APA/ Zukunft Wissen












