Suchmaschine für Musik erkennt Melodien
Sie haben eine Melodie im Kopf, wissen aber nicht den Titel des Liedes? Musipedia könnte die Lösung dafür sein. Die Enzyklopädie ist eine Suchmaschine, die Musikstücke identifizieren kann - also eine Art Wikipedia für Musik. Anhand von vorgepfiffenen Teilen oder durch ein virtuelles Klavier lassen sich Musikstücke finden, selbst wenn nur ein Bruchteil von der Melodie bekannt ist. "Man kann, wenn man eine Melodie im Kopf hat, diese auf der Webseite eingeben, und so herausfinden, aus welchem Musikstück sie stammt", so Rainer Typke vom Austrian Research Institute for Artificial Intelligence (ÖFAI).
Wie funktioniert Musipedia?
Typke entwickelte für Musipedia eine Methode des "Vantage Indexing". Die Grundidee ist es, für jeden Datenbankeintrag den Abstand zu einigen wenigen "Vantage Objekten" zu berechnen. Bei dieser Variante gibt es die Möglichkeit, die ähnlichste Melodie auf effiziente Weise zu finden. Andere Suchmaschinen verwenden ein sogenanntes "Audio-Fingerprinting". Mit dieser Methode findet man genau die Aufnahme, die einen gegebenen Ausschnitt enthält, aber keine anderen Aufnahmen desselben Musikstücks.
100.000 Musikstücke
Die Enzyklopädie enthält zwei Sammlungen. Zum einen gibt es 30.000 "Themen", d.h. ein paar Takte einer Melodie, zum anderen gibt es 100.000 komplette Musikstücke, nämlich MIDI-Dateien, die aus dem Internet automatisch eingespeist wurden, erläutert Typke. Der Leiter des Projektes könnte sich durchaus vorstellen, in Zukunft das System in eine Stereoanlage einzubauen. Man bräuchte der Anlage nur etwas aus einem Stück vorzusummen und das Musikstück wird automatisch herausgesucht.

Quelle: APA/ Zukunft Wissen
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