Europas IQ-Elite trifft sich in Köln
330 Hochbegabte aus 20 Ländern sind bei der ersten europäischen Tagung (30. Juli bis 3. August) der besonders intelligenten Menschen dabei, die die "Mensa" (Elite-Zusammenschluss) für die oberen zwei Prozent der Bevölkerung - gemessen am IQ - veranstaltet.
Mensa Verein ÖsterreichJulian Nogli, 8 Jahre alt, hat die zweite Schulklasse einfach übersprungen. In der Schule galt er als auffällig, von ADS war die Rede. Nach einem IQ-Test durfte Julian dann eine beliebige Klasse aussuchen. Julian möchte einmal Architekt oder Hai-Forscher werden.
"Ich bin auf der Suche nach intelligenten Gesprächen und Erfrischungen für den Kopf", erklärt der 26-jährige Medizinstudent Arnd Felten aus Mainz. "Es ist selten so, dass wir generell für alles begabt sind, sondern wir sind bei bestimmten Themen besonders schnell und kommen auch besser in komplexe Themen rein", so der Teilnehmer. Seiner Meinung nach ist ein IQ über 130 kein Garant für ein erfolgreiches Leben, Vorteile würden sich nur ergeben, wenn man lernt, eine besondere Begabung richtig einzusetzen.
Die Autorin Nicole Schuster ist 23 Jahre alt und hat mühsam gelernt, was es heißt, hochbegabt zu sein. "Als Autistin und Hochbegabte war ich lange verzweifelt, fühlte mich als Kind und Jugendliche abgelehnt und kam mir überall wie ein Fremdkörper vor", berichtet sie. Mit 18 Jahren wurde dann erst ihre Veranlagung entdeckt und daraufhin blieb kein Stein mehr auf dem anderen. Während des Pharmaziestudiums hat sie angefangen, bundesweit Vorträge über Hochbegabung und den richtigen Umgang mit hochintelligenten Kindern zu halten - vor allem für LehrerInnen - denn "die haben bei mir früher vieles falsch gemacht".
Hirnnahrung in Köln
In Köln kann die IQ-Elite aus einem besonderen Programm auswählen. In Referaten geht es um Themen wie die Masse des Merkurs, Chaos-Modelle, Symmetrien oder Schwarm-Intelligenz und -dummheit. Die für den Durchschnittsmenschen eher schwer verdauliche Kost wird den TeilnehmerInnen zwischen sieben und siebzig Jahren in englischer Sprache serviert.
Themen sind aber auch "Lebensfallen für Hochbegabte". Eine Nebenwirkung ist nach Meinung von Christine Warlies, Vize-Vorsitzende von Mensa in Deutschland, dass Hochbegabte sehr schnell denken und erklären und sich dann wundern, dass sie das Gegenüber nicht versteht. Hochintelligente sollten sich dieser Unterschiede bewusst sein, denn: "Wer gilt schon gerne als Besserwisser oder Rechthaber?"
Quelle: APA Zukunft/Wissen
Rund 100.000 Mensa Mitglieder
Mensa ist ein weltweiter Verein, der besonders intelligente Menschen zusammenbringen möchte. Rund 100.000 Mitglieder sind derzeit in Mensa registriert, davon rund 500 in Österreich. Ziel ist es, sich zu treffen, miteinander zu diskutieren, zu spielen und sich über die unterschiedlichsten Themen Gedanken zu machen. Mitmachen kann jeder, der einen IQ von 130 oder mehr nachweisen kann.
| Weiterführende Information |
|---|












