Unruhige Schüler - Tabletten notwendig?
Bei unruhigen Kindern, die den Unterricht in der Schule stören, wird heutzutage schnell der Verdacht auf die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) geäußert. Insgesamt gelten drei bis fünf Prozent der Kinder im Schulalter aufgrund von ADHS als behandlungsbedürftig. Das sei allerdings nicht gleichzusetzen mit medikationsbedürftig. Dies ist heute (21.11.2011) auf orf.at zu lesen.
Ritalin, Concerta, Medikinet und Strattera
Laut Zahlen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger haben Arzneimittel gegen ADHS Konjunktur: 2010 wurden die Kosten von 87.018 Rezepten für Mittel wie Ritalin und Strattera übernommen. Im Jahr 2006 waren es noch 48.712 Verordnungen gewesen. Jede zweite Verordnung erfolgt für Kinder unter 14 Jahre. Die Apothekerkammer bestätigte gegenüber ORF.at diesen Trend: Im Vergleich zu 2006 wurden 2010 um 75 Prozent mehr Packungen von Mitteln wie Ritalin, Concerta, Medikinet und Strattera in den Apotheken abgegeben.
Der Anstieg der Verordnungen von ADHS-Medikamenten bedeutet für Hackenberg von der Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde am AKH Wien nicht, dass die Zahl der ADHS-Fälle zunimmt. Vielmehr sei das Bewusstsein für die Störung gestiegen, und daher werde sie häufiger erkannt. Bei Überweisungen durch andere Ärzte zeigt sich allerdings auch, dass ADHS in den vergangenen Jahren zu einer Modediagnose wurde. "Zehn bis zwanzig Prozent der Kinder haben Lernschwierigkeiten, das bedeutet nicht, dass sie eine Störung haben", so Hackenberg gegenüber ORF.at.
ADHS-Special mit Gerhard Spitzer
Im Pädagogik-Zyklus "Entspannt interagieren! Entspannte Interaktion mit Störenfried, Zappelphilipp & Co." erfahren Sie alles über das immer häufiger in der Praxis auftauchende Phänomen - ADHS. Der KiddyCoach Gerhard Spitzer bringt so manchen interessanten Blickwinkel zu diesem komplexen Symptomcluster näher und geht auch auf die Medikation ein.
| Weiterführende Information |
|---|












