Griechischer Ur-Computer neu untersucht
Diese hochkomplexe Zahnradapparatur, eine Art Ur-Computer, diente damals als antike astronomische Rechenmaschine. Mond- und Sonnenfinsternisse wurden beispielsweise damit berechnet. Der "Computer" besteht aus mehr als 30 bronzenen Zahnrädern, die ursprünglich vermutlich in einen Holzkasten integriert waren. Seit der Entdeckung dieser Apparatur haben sich zahlreiche Experten daran versucht, Funktion und Herkunft zu entschlüsseln.
Nun machte sich ein Forscherteam um Tony Freeth vom Antikythera Mechanism Research Project an eine neuerliche Untersuchung, die sich vor allem auf die Skalenscheiben an der Rückseite des Geräts konzentrierte.
Kalender mit 235 Mondmonaten und 19 Jahren
Eine der Scheiben des Geräts ist ein Kalender, der 235 Mondmonate und damit ziemlich genau 19 Jahre umfasst. In diesem Kalender haben 110 Monate eine Länge von 29 Tagen, die restlichen dauern 30 Tage. Einige Jahre in diesem 19-Jahres-Zyklus haben 13 Monate, wobei jedes Jahr mit dem ersten Neumond nach der Sonnenwende beginnt. Die Namen der zwölf Monate sind korinthischen Ursprungs, das würde bedeuten dass der Mechanismus aus dem antiken Korinth oder einer seiner Kolonien stammt.
Darstellung des vierjährigen Olympia-Zyklus
Eine weitere Scheibe enthält eine Darstellung des vierjährigen Olympia-Zyklus und der panhellenistischen Spiele. Pro Jahr wurde die Scheibe um eine Viertelumdrehung gedreht, dadurch ließ sich abbilden, in welchem Jahr und Monat die nächsten Spiele stattfinden.
Vorhersage von Sonnen- und Mondfinsternissen
Eine weitere Untereinheit enthält den sogenannten Saros-Zyklus. Es war bereits bekannt, dass man mit diesem Sonnen- und Mondfinsternisse vorhersagen kann. Die Wissenschafter konnten nun jedoch durch die Identifzierung bisher verborgener Buchstaben diesen Zyklus verfeinern.
Quelle: APA
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