Zahl auffälliger Kinder steigt
"Die wachsende Zahl von Familien in belasteten Situationen und die unter anderem daraus resultierende Steigerung der Zahl auffälliger Kinder und Jugendlicher erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit und unseren ganzen Einsatz", so Landeshauptmann-Stv. Josef Ackerl. Laut IMAS-Umfrage haben etwa vier Prozent der oberösterreichischen Kinder und Jugendlichen eine erhöhte Gewaltbereitschaft.
Mehr Bedarf für Beratungen
Seit vier Jahren ist oberösterreichweit die Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA) des Landes mit eigens entwickelten Programmen verstärkt im Bereich der Gewaltprävention tätig. Mit 3.802 Beratungen und Begleitungen in Einzelfällen half die KiJA im vergangenen Schuljahr 2010/11 Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen. Die seit Jahren steigende Nachfrage (+23,6 % zum Vorjahr) ist zu einem großen Teil auf den sprunghaften Anstieg bei Mobbing und Gewalt zurückzuführen.
Gewaltpräventionspaket für Schulen
Mit dem Schuljahr 2011/12 wird das Angebot um ein gewaltpräventives Gesamtangebot für Schulen, das die Schulleiter, die Schüler, die Lehrer und die Eltern einbezieht, ergänzt. Das zertifizierte Gewaltpräventionspaket, das alle sozialen Ebenen des Systems Schule erreicht, wird zunächst an vier ausgewählten Schulen unterschiedlicher Altersstufen durchgeführt. 2012/13 können weitere Schulen das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen.
Projektablauf und Zertifikat für "gewaltfreie Schulen"
- Nach ausführlichen vorbereitenden Gesprächen mit der Direktion wird ein verbindlicher Kontakt abgeschlossen
- Als erster Umsetzungsschritt wird das Projekt in einem "Kick Off" der Schulgemeinschaft vorgestellt.
- In der Folge wird der Ist-Zustand an der Schule erhoben
- Auf Basis der erhobenen Daten werden konkrete mobbing- und gewaltpräventive Maßnahmen auf der Schulebene, der Klassenebene und der individuellen Ebene erarbeitet und mit allen Beteiligten diskutiert
- Im Laufe eines Jahres werden die einzelnen Maßnahmen umgesetzt, laufend reflektiert und nötigenfalls angepasst
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