Praxistest für angehende Pädagogen
(APA) Um in Zukunft die Eignung der angehenden Pädagogen festzustellen, wünscht sich das Unterrichtsministerium ein schrittweises Verfahren im Rahmen einer Studieneingangsphase. Im Laufe der ersten beiden Semester soll u.a. durch Praxis in der Schule herausgefunden werden, welche sozialen und kommunikativen Fähigkeiten der Student hat und wie er mit Konflikten umgeht. Sowohl der Student als auch der Lehrende kann dabei zur Erkenntnis kommen, dass keine Eignung für den Lehrerberuf besteht.
Ausschluss sollte möglich sein
Ginge es nach Roland Fischer, dem stellvertretenden Vorsitzenden der für die Empfehlungen zur neuen Pädagogen-Ausbildung zuständigen Arbeitsgruppe, soll ein Ausschluss eines Studenten möglich sein, "wenn gravierende Punkte dafür sprechen und es nicht einvernehmlich funktioniert". "Das ist aber nur meine persönliche Meinung", so Fischer im Gespräch mit der APA. Unterrichtsministerin Claudia Schmied will sich hier noch nicht festlegen.
Zuflucht Uni-Studium
Derzeit gibt es Aufnahmeprüfungen nur an den Pädagogischen Hochschulen, an denen die Lehrer für Volks-, Haupt-, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schulen ausgebildet werden. Dies kritisierte Andreas Schnider, der Leiter der Vorbereitungsgruppe für die Pädagogen-Ausbildung, denn abgelehnte Studenten absolvieren dann einfach ein Universitätsstudium für den Lehrberuf.
Reaktionen der anderen Parteien
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle von der ÖVP zeigt sich mit den bisherigen Modellen nicht ganz glücklich. "Hier braucht es eine Systematik mit mehreren Elementen, die begleitend und umfassend wirkt, zugleich aber auch Fairness gegenüber den Studierenden garantiert", so Töchterle zur APA.
Grünes Licht kommt unterdessen vom BZÖ. "Das Beispiel Finnland zeigt, dass solche Eignungstests der richtige Weg sind und der Lehrerberuf dort ein sehr angesehener Beruf ist", so Bildungssprecherin Ursula Haubner in einer Aussendung.
Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser ist zwar mit den Aufnahmeverfahren zufrieden, kritisiert jedoch, dass sich Schmied eher dem Lehrermangel widmen sollte und fordert ein "Kurzstudium für fachlich qualifizierte Quereinsteiger".












