Stirbt das Ehrenamt?
Landtagspräsident Friedrich Bernhofer suchte den direkten Dialog mit den Top-Funktionären der unterschiedlichsten Ehrenamtsorganisationen im Zuge seiner Besuchstour quer durch Oberösterreich mit Terminen in allen 18 Bezirken. Dieser Dialog fand im Rahmen einer qualitativen Untersuchung statt, die einen Einblick und Eindruck über die Stimmung und das Meinungsbild von fast 300 Bezirksobleuten gab. Jetzt präsentierte er die Ergebnisse.
- Mitarbeitermangel macht den Funktionären die größten Sorgen
- Anderen "Helfen zu können" ist der größte Antrieb
- Wunsch nach Weiterbildung ist sehr stark ausgeprägt, besonders Team- und Motivationsseminare sind gefragt
- Hohe Loyalität zur Funktion: 58 Prozent der Befragten Funktionäre gaben an, bereits länger als 20 Jahre in diesem Amt zu dienen. Weitere 14 Prozent länger als 15 Jahre.
Starkes Stadt/Land - Gefälle
Vor allem im ländlichen Bereich ist die Bereitschaft für ein Ehrenamt sehr groß. Bernhofer betont, dass die geforderte Zusammenlegung von Gemeinden dem Ehrenamt extrem schaden würde: "Je größer die Gemeinde, desto weniger Ehrenamtliche", so Bernhofer. Auch die Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes sieht er problematisch. "Das Rote Kreuz muss Dienstleistungen einstellen, wenn es keine Zivildiener gibt. Außerdem entscheiden sich ein Großteil der Zivildiener, weiterhin für die Organisation tätig zu sein. Man muss bedenken, die öffentliche Hand kann den Wegfall der Ehrenarbeit nicht abdecken", mahnte er abschließend.
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