"Aus Fehlern lernen wir nicht"
Eine Langzeitstudie der Wiener Sigmund Freud Privatuniversität ergab, dass das Markieren von Fehlern in Schulaufgaben und Tests nicht nur demotivierend für die Schüler ist, sondern es auch dafür sorgt, dass dieselben Fehler immer wieder gemacht werden. "Die herkömmliche Art der Fehlerverbesserung verwirrt oft mehr als sie hilft, besonders bei vielen Fehlern", erklärt die Studienautorin Brigitte Sindelar. Untersucht wurden die Arbeiten von 250 Volksschulkindern (Kontrollgruppe 380 Kinder).
Projekt "Fehlerkiller"
"Aus Fehlern lernen wir nicht", sagt die klinische Psychologin und Psychotherapeutin gegenüber der APA. Denn durch das Markieren der Fehler prägen sich diese erst recht im Gedächtnis ein. Deshalb werden beim "Projekt Fehlerkiller" die Worte "Fehler" und "falsch" aus der Kommunikation mit den Kindern verbannt. Statt die Fehler der Kinder hervorzuheben, wird die richtige Version unter die Arbeit geschrieben.
Signifikant bessere Leistungen
Am Ende der zweiten Klasse haben die "Fehlerkiller"-Schüler nicht nur eine signifikant höhere Motivation, sondern auch signifikant bessere Leistungen gezeigt. Bei der Rechtschreibung zeigten 42 Prozent der Kinder aus "Fehlerkiller"-Klassen eine "weit überdurchschnittliche" Rechtschreibleistung, in der Kontrollgruppe waren es 19 Prozent. Die Rechenleistung war bei 13 Prozent der "Fehlerkiller"-Schüler "weit überdurchschnittlich", aber nur bei 1,8 Prozent der Kinder aus der Kontrollgruppe.
Die komplette Studie wird in der April-Ausgabe der Zeitschrift Pädiatrie und Pädologie des Springer Verlags veröffentlicht.












