SOS wird 100!
Lloyddampfer "Kaiser Wilhelm der Große" war 1900 das erste Handelsschiff der Welt, das mit einer Funkstation (System Marconi) ausgerüstet wurde. Man hatte schon damals erkannt, dass durch schnellen Nachrichtenaustausch im Seenotfall auch Hilfe herbeigeholt werden kann.
Je mehr Schiffe mit den Funksendern ausgestattet wurden, desto mehr erkannte man die grenzüberschreitende Wirkung. Zu dieser Zeit herrschte eine Konkurrenzsituation der Funksystemhersteller Marconi und Telefunken.
Gefährdung von Menschen durch Machtgedanke
Den Schiffsfunkern war es damals untersagt, Funk- und sogar Notrufe von Schiffen mit dem jeweils anderen System anzunehmen.
Um diesen Zustand zu beenden, wurde eine Internationale Funk-Vorkonferenz für den 3. Oktober 1906 einberufen.
Bei dieser Konferenz begann man über ein internationales Notzeichen zu verhandeln. Der britische Vorschlag lautete "CQD". Zusammengesetzt aus dem CQ = "Seek you" = "an alle" und "D" für das englische Wort für Seenot: "distress". Am 1. Februar 1904 schuf Marconi eine Anordnung, nach der nur das Kürzel "CQD" verwendet werden dürfte.
Weitere Vorschläge waren: "NC" von den amerikanischen Delegierten, "SSSDDD" von den Italienern und "SOS" von den Deutschen. Zunächst wollt man "SOE" als Signal vorschlagen, doch kam man dann zum Entschluss, dass der letzte Buchstabe zu kurz (einmal kurz) und die Übermittlung damit nicht sicher genug sei. Deswegen ersetzte man das "E" durch ein weiteres "S".
SOS ab 1. Juli 1908 eingeführt
Die 1. große Internationale Funkkonferenz fand am 3. Oktober 1906 in Berlin mit 139 TeilnehmerInnen aus 29 Ländern statt. Bei dieser bis zum 2. November 1906 dauernden Konferenz fielen für den Seenotfunk sehr wichtige Entscheidungen.
Es wurde festgelegt, dass das internationale Seenotzeichen für drahtlose Telegrafie SOS lautet. Bis zur endgültigen Umsetzung der Konferenzbeschlüsse dauerte es noch einige Zeit. Nach der Bestätigung durch alle seefahrenden Nationen führte man SOS ab dem 1. Juli 1908 als offizielles Notrufzeichen ein.
Seit der Einführung eines internationalen satellitengestützten Seenot-Funksystems 1999 ist der Notruf SOS (für die kommerzielle Seefahrt) endgültig abgeschafft. Verwendet wird er jedoch noch immer weltweit.
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