Qualitätsmanagement in der Schule
Die Veranstaltungsreihe "Campus Bildung - Zukunft Denken" widmete sich am 29.10.2010 dem Thema "Qualitätsmanagement im schulischen Bereich". Dem Qualitätsmanagement auf allen Ebenen des Schulsystems kommt in aktuellen Entwicklungen und Diskussionen eine immer größere Bedeutung zu. Auf der einen Seite wird ein sehr breiter Qualitätsbegriff angewandt, welcher Qualität mit persönlicher Haltung, Werten und Führungsaufgaben verbindet, auf der anderen Seite nähert man sich beispielsweise der Qualitätssicherung mit statistischen Werkzeugen, welche Maßnahmen im Schulbereich eindeutig messbar machen sollen.
Qualität kontinuierlich verbessern
"Kontinuierliche Verbesserungsprozesse prägen das Wirtschaftsleben und sollen auch im Schulsystem zum Arbeitsprinzip werden. Dafür gilt es in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten Standards zu definieren, ausreichende flankierende Maßnahmen zur Umsetzung zu schaffen, angemessene Zeithorizonte zu planen und schließlich die Erreichung der Standards zu messen und zu evaluieren. Ohne definierte Standards kann keine kontinuierliche Verbesserung erzielt werden, ohne eine Kultur des gemeinsamen Lernens und Sich-Weiterentwickelns werden Qualitätsprozesse nicht angenommen und gelebt werden", erläutert Landesrätin Doris Hummer.
Fehler als Lernchance
"Der Bildungsprozess hat zumindest zwei Variable: die Schüler und die Lehrer - beide bilden ein soziales System und bedingen einander. Ein "Fehler" muss dabei als Lernchance erkannt werden und nicht als Selektionsgrundlage. Daher sind normative Modelle, die nicht auf kontinuierliche Entwicklung setzen, keine sinnvolle Qualitätsmanagementmethode", so Christoph Berger, Vizerektor für Fort- und Weiterbildung an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems.
Den Kern der Qualitätsfrage erfassen
"Ergebnisqualität erlaubt es kritisch rückzufragen, welche Qualitätsziele angestrebt, ob und wie sie erreicht worden sind. Bei der Einführung von Qualitätsmanagement an Schulen und Hochschulen sollte man darauf achten, dass der Kern der Qualitätsfrage einer Institution erfasst wird: nämlich die Haltung einer Bereitschaft zu Lernen und zur Veränderung im Team", so Ulrike Greiner, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich.
Welche Art der Bildung wird angestrebt?
"Grundlegend für alle Gespräche und Festlegungen zum Thema Qualität muss die Auseinandersetzung damit sein, welche Art der Bildung denn angestrebt werden soll und muss: Geht es nur um Bildung für das Erreichen von Qualifikationen für das spätere Berufsleben oder geht es doch auch um Bildung im "umfassenden" Sinn? Angesichts der Einführung von Standards in den Schulen ist diese Frage wichtiger denn ja. Nicht alle Bereiche von Bildung sind unmittelbar nur auf Qualifikationen ausgerichtet, obwohl sie durchaus auch dazu wichtige Beiträge liefern und nicht alles ist messbar", so der Rektor der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz, Hans Schachl.












