Mädchen ohne Buben besser?
Werden Mädchen und Buben in Zukunft in Fächern wie Mathematik und Physik bald getrennt unterrichtet? Laut einer Studie vom Institut für Volkswirtschaftslehre an der Johannes Kepler Universität Linz wäre es für Mädchen ein klarer Vorteil.
19 Jahrgänge wurden untersucht
Nicole Schneeweis und Martina Zweimüller haben herausgefunden, dass Schülerinnen nach der achten Schulstufe eher für eine HTL anmelden, wenn sie vorher in Klassen mit einem hohen Mädchenanteil waren. Für die Untersuchung haben die beiden Autorinnen die Daten von 19 Jahrgängen in Linz zwischen den Jahren 1988 und 2006 herangezogen.
"Wir haben uns angeschaut, wie sich der Anteil der Mädchen in der fünften bis achten Schulstufe auf die Wahl des Schultyps in der neunten Stufe auswirkt", erklärte Schneeweis. Das zentrale Ergebnis: Ein höherer Mädchenanteil in der Klasse führt dazu, dass die Mädchen dann eher einen männlich-dominierten Schultyp wie die HTL, als etwa eine HBLA wählen.
Ohne Buben mehr Selbstbewusstsein in Mathematik und Co.
Außerdem interessieren sich Mädchen in reinen Mädchenklassen mehr für Naturwissenschaften und Mathematik und entwickeln zudem mehr Selbstbewusstsein in diesen Fächern.
"Das ist ein Erklärungsansatz. Hinzu kommt auch das Verhalten der Lehrer und das Klassenklima, denn männliche Schüler erhalten mehr Aufmerksamkeit, da sie lauter sind und häufiger aufzeigen." Schneeweis zieht ein Resümee: "Um Mädchen in der freien Berufswahl zu fördern, könnte man eine Trennung in manchen Schulfächern überlegen." Eine gänzliche Trennung auf Schulebene würde sie aber nicht empfehlen.












