Internationale Vergleichbarkeit von Qualifikationen
Ján Figel, Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Mehrsprachigkeit, erklärte: "Die Menschen in Europa, die aus bildungstechnischen oder beruflichen Gründen in ein anderes Land gehen oder die auf bereits absolvierter Aus- oder Weiterbildung aufbauen möchten, stoßen viel zu oft auf Hindernisse."
Durch einen einheitlichen Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR) soll diesen Problemen entgegengewirkt werden.
Was ist der EQR?
Der EQR ist eine Art gemeinsame Sprache, mit der sich die Qualifikationen der verschiedenen Aus- und Weiterbildungssysteme innerhalb der EU beschreiben lassen. Die Qualifikationssysteme verschiedener Länder sollen dadurch miteinander verknüpft und als Übersetzungsinstrument fungieren, um Qualifikationen über Länder- und Systemgrenzen hinweg in Europa verständlicher zu machen. Dies geschieht mit den acht Refernzniveaus, welche die gesamte Bandbreite der Qualifikationen, von grundlegenden Niveaus (Niveau 1, z. B. Schulabschluss) bis zu fortgeschrittenen Niveaus (Niveau 8, z. B. Promotion) umfassen.
Der EQR verfolgt damit zwei Ziele: Es soll die grenzüberschreitende Mobilität von BürgerInnen gefördert und ihr lebenslanges Lernen unterstützt werden.
Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates
Gestern wurden vom Europäischen Parlament und vom Rat eine Empfehlung unterzeichnet, dass die Mitgliedsstaaten nun dieses System übernehmen können und schaffen damit einen Qualifikationsrahmen, der die einzelnen Länder miteinander verbindet.
Die Empfehlung sieht vor, dass alle Mitgliedsstaaten ihre nationalen Qualifikationssysteme bis 2010 an den Europäischen Qualifikationsrahmen anpassen. Bis 2012 sollen alle neuen Qualifikationsbescheinigungen, Diplome und Europass-Dokumente einen klaren Verweis auf das zutreffende Niveau des Europäischen Qualifikationsrahmens enthalten.
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