Der Kugelschreiber wird 70!
Es sind die kleinen Dinge, die uns den Alltag erleichtern. So wie der Kugelschreiber. Täglich wird er von Millionen von Menschen verwendet und trotzdem wissen wir fast nichts über ihn. Wer hat ihn erfunden und wie entstand die Idee?
Geschichte des Kugelschreibers:
Bereits Galileo Galilei skizzierte ein Schreibgerät, das eine Art Vorläufer des Kugelschreibers zeigt. Erste Patente zu Schreibgeräten, die ihre eigene Tinte mitführten, gab es schon im 19. Jahrhundert. Diese ersten Tintenschreiber liefen aber noch häufig aus, ihre Schriftqualität war mäßig und die Lebensdauer gering.
Medizinstudent, Bildhauer, Hypnotiseur, Autorennfahrer, Agent einer Ölfabrik, Maler, Konstrukteur und zum Schluss Journalist. Doch an keinem Arbeitsplatz wurde der gebürtige Ungar László Biró wirklich bekannt. Doch dann kam der große Durchbruch als Erfinder. Inspiriert von Druckwalzen entwickelte er gemeinsam mit seinem Bruder den Kugelschreiber.
Eine Weiterentwicklung des damals noch mit Tinte gefüllten Schreibwerkzeuges verhinderte der Krieg. Biró floh mit seiner Familie aus Ungarn zunächst nach Paris, später nach Buenos Aires. Der argentinische Präsident war derart angetan von der Idee, Tinte mithilfe einer Kugel auf Papier zu bringen, dass er Biró anbot, das Gerät in Argentinien zu produzieren. In Südamerika hatte der Erfinder dann auch die Idee, nicht Tinte, sondern eine dickflüssige Paste als Schreibmedium zu benutzen. Im Jahr 1943 erhielt er somit das Patent auf den Kugelschreiber im heutigen Sinne.
Immer schon ein Verkaufsschlager
Ein Jahr später erschienen in Argentinien die ersten dieser Kulis auf dem Markt. Die britische Luftwaffe stattete ihre Piloten mit dem Stift aus, weil seine Schreibfähigkeit weder von der Flughöhe noch durch Luftdruckschwankungen beeinträchtigt wurde.
Ein Verkaufsschlager wurde der Kuli dann in den USA: Als er dort im Frühjahr 1945 auf den Markt kam, waren trotz des stolzen Preises von 8,50 Dollar schon nach 24 Stunden die ersten 10.000 Stück verkauft.
An dem Erfolg seiner Erfindung hatte Biró aber keinen Anteil mehr. Er hatte sein Patent für eine Million Dollar verkauft. Der Käufer, der französische Baron Marcel Bich, dessen Firma BIC der Welt den Wegwerfkugelschreiber bescherte, wurde dagegen zum Milliardär.
Auch wenn für Biró der große Reichtum ausblieb, so bleibt ihm dennoch die Ehre: An seinem Geburtstag, am 29. September, wird in Argentinien der Erfindertag begangen. Weiters ist das englische Wort für Kugelschreiber "biro".
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