Das bringt das neue Schuljahr
Keine grundlegenden Änderungen, jedoch viele Neuerungen werden das neue Schuljahr 2009/10 begleiten. Vor allem die Diskussion um eine Reform der Schulverwaltung lässt auf einen heißen bildungspolitischen Herbst schließen. Verschärft wird die Diskussion durch die Bundespersonalvertretungswahl am 25. und 26. November, bei der auch die BundeslehrerInnen wahlberechtigt sind. Laut Unterrichtsministerium steigt durch die Neuerungen die Zahl der geschaffenen Planstellen um 2.500 gegenüber dem Vorjahr.
Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachkompetenzen
Eine Neuerung ist das Förderprogramm "Muttersprachlicher Unterricht" für ordentliche SchülerInnen mit Förderbedarf an Pflichtschulen, wo in Fördergruppen bzw. im integrativen Unterricht der Schwerpunkt auf Sprachförderung gelegt wird. An den Berufsschulen soll durch die Ausweitung kleinerer Lerngruppen vor allem die sprachliche und kommunikative Kompetenz der SchülerInnen gefördert werden. Auch an berufsbildenden mittleren Schulen werden Sprachförderkurse für SchülerInnen mit Deutsch als Zweitsprache gestartet.
Projekt "Tagesbetreuung Neu"
An 81 Schulen, die bisher ein vom Unterrichtsministerium vergebenes Qualitätssiegel für gut gelungene Tagesbetreuung erhalten haben, beginnt das Projekt "Tagesbetreuung Neu": Das Ministerium bezahlt dafür neun statt bisher fünf Wochenstunden pro Gruppe ab zehn Kindern, die im Rahmen der "Tagesbetreuung Neu" nicht nur ausreichend Zeit für Hausaufgaben und Lernen haben sollen, sondern auch kreative, sportliche und naturwissenschaftliche Angebote nutzen können.
Ausweitung des Modellversuchs "Neue Mittelschule"
Der Modellversuch "Neue Mittelschule" (NMS) wird deutlich ausgeweitet und österreichweit an insgesamt 244 (bisher 67) Standorten durchgeführt. Nach wie vor gering ist das Interesse der AHS an dem Schulversuch: Von den 244 Standorten beteiligen sich derzeit nur zehn AHS, davon sechs in Wien. Von den 801 NMS-Klassen sind sich nur 38 von AHS.
Mittleres Management an Schulen
An rund 30 Pilotschulen mit mehr als 15 Klassen soll im kommenden Schuljahr erstmals ein mittleres Management eingeführt werden. Dies dient nicht nur der Entlastung der DirektorInnen, sondern soll LehrerInnen auch Karriereperspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen.
Mehr SchulpsychologInnen zur Gewaltprävention
Im Rahmen von Maßnahmen zur Gewaltprävention sollen im kommenden Schuljahr mehr SchulpsychologInnen zur Verfügung stehen. Weil es aufgrund des Stellenplans des Beamtenministeriums keine zusätzlichen Dienstposten gibt, werden freie SchulpsychologInnen auf Werkvertragsbasis im Ausmaß von 30 Vollzeit-Äquivalente (im Wert von 1,6 Mio. Euro) beschäftigt.
Neue Regelung der schulautonomen Tage
An Pflichtschulen gibt es noch vier, an weiterführenden Schulen fünf freie Tage, zwei davon wurden von den Bundesländern zentral vorgegeben. Ab dem Schuljahr 2010/11 gilt dann die neue, im Frühjahr beschlossene Regelung, wonach die schulautonomen Tage zu Schultagen umgewandelt werden. Zwei davon sollen allerdings "freiwillige Fördertage" werden und zwar die Freitage nach den Feiertagen Christi Himmelfahrt und Fronleichnam. An den anderen drei Tagen soll normaler Unterricht stattfinden.
Altersteilzeit und Zeitkonto
Im Frühjahr wird es im kommenden Schuljahr mit "Altersteilzeit" und "Zeitkonto" neue dienstrechtliche Angebote für LehrerInnen geben: Im Rahmen der Altersteilzeit können beamtete Bundes- und LandeslehrerInnen in den letzten Jahren vor dem Ruhestand ab 2009/10 eine kürzere Lehrverpflichtung wahrnehmen.
Beim Zeitkonto können Mehrdienstleistungen von beamteten Bundes- und LandeslehrerInnen nicht vergütet, sondern als Zeitguthaben gespeichert werden. Genutzt werden kann die gutgeschriebene Zeit ab Beginn des 50. Lebensjahres und zwar in Form einer mindestens 50-prozentigen Freistellung für ein ganzes Unterrichtsjahr. Dafür muss ein/e ErsatzlehrerIn eingestellt werden.
Quelle: APA-ZukunftWissen












