Schmied gegen Verländerung
Unterrichtsministerin Claudia Schmied spricht sich im Zuge der geplanten Reform der Schulverwaltung gegen eine "Verländerung" des Schulwesens aus. Der Vorschlag etwa, dass alle Pädagogen Landeslehrer werden sollen, ist für Schmied "unvorstellbar".
Vorgesehen ist eine Verwaltung auf zentraler Ebene, wobei das Schulwesen Bundessache werden und Bildungsdirektionen die bisherigen Landesschulräte ablösen sollen. Ein einheitliches Bundesdienstrecht für LehrerInnen mit höheren Einstiegsgehältern, flacherer Gehaltskurve und einer höheren Lehrverpflichtung sowie eine neue Lehrerausbildung mit Eignungstests, Auswahlverfahren und eine verpflichtende Weiterbildung für alle LehrerInnen in der unterrichtsfreien Zeit sind weitere Eckpunkte der Reform.
Mehr Verantwortung für die Schulstandorte
Ein weiteres Anliegen Schmieds ist die Stärkung der Verantwortung der einzelnen Schulstandorte. Darüber hinaus sollten die DirektorInnen nur mehr auf fünf Jahre bestellt werden und entsprechende Qualifikationsmöglichkeiten geschaffen werden, wie etwa ein Master-Studium für Schulmanagement. Außerdem sollte sich das Schuloberhaupt die LehrerInnen selbst aussuchen können. Die Unterrichtsministerin ist weiters für ein einheitliches Dienst- und Besoldungsrecht für alle LehrerInnen.
Zu viel Politik im Bildungssystem
Die Reform dieser Verwaltungsstrukturen will Schmied aber "nicht unter dem Aspekt der Einsparung sehen", sondern die dadurch freiwerdenen Ressourcen den Schulen zur Verfügung stellen.
Dass mit den Bildungsdirektionen auch die Kollegien der Landesschulräte und damit demokratisch legitimierte Gremien abgeschafft würden, wie Kritiker einwenden, stört Schmied nicht: Ihr ist ohnedies "zu viel Politik im Bildungssystem", "ein bisschen weniger Parteipolitik tut der Schule gut". Sinnvoll wäre es Beiräte einzubinden, "in denen aber wirklich die Gesellschaft abgebildet ist".
Reform in Portionen
Zudem stellt sich Schmied die Reform "in Portionen" und nicht in einer großen Reform vor und sie möchte bei der Stärkung der Verantwortung an den Schulstandorten "sehr rasch gemeinsame Sichtweisen finden". Vorausgesetzt die Verhandlungen mit der Lehrergewerkschaft verlaufen positiv.
Für die Schulverwaltung liegt eine Bundesposition vor
Die Bundesposition orientiert sich weitgehend an den im Frühjahr vorgelegten Vorschlägen von ExpertInnen des Rechnungshofs, Wirtschaftsforschungsinstituts und Instituts für Höhere Studien. Die Vorschläge sind laut Unterrichtsministerium mit Wissenschafts- und Finanzministerium akkordiert und auch mit Bundes- und Vizekanzler besprochen.
Quelle: APA - ZukunftWissen
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