PflichtschullehrerInnen bewerten ihr Berufsumfeld
In einer Umfrage des SLÖ Oberösterreich galt es zu überprüfen, ob die bestehenden Eindrücke aus den unzähligen Gesprächen mit LehrerInnen tatsächlich der realen Berufswelt der PädagogInnen entsprechen. Aus diesem Grund wurde die LehrerInnen-Umfrage im Februar 2009 durchgeführt. Durch die Teilnahme von 1.700 Lehrkräften, wird der Umfrage eine besonders hohe Aussagekraft zugeschrieben.
Die Ergebnisse
Für knapp die Hälfte der Lehrkräfte entspricht ihr Beruf weitgehend ihren persönlichen Idealvorstellungen. Die LehrerInnen sind auch permanent bestrebt, für die Kinder die besten Bildungsgrundlagen zu schaffen. Ein Beleg dafür ist der hohe Wert der positiven Rückmeldungen der SchülerInnen. Zudem zeigt das Ergebnis, dass 90 % der LehrerInnen an weit mehr Fortbildungen teilnehmen, als der Dienstgeber ihnen vorschreibt, wie engagiert die PädagogInnen sind.
Laut Umfrage werden sie allerdings in diesem Bestreben mit Hürden konfrontiert, die sie bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringen, sie demotivieren und ihre Berufserfüllung immens einschränken.
Hürden und Einschränkungen
Die Umfrage ergab, dass die Lehrkräfte mit den derzeitigen Rahmenbedingungen im OÖ-Pflichtschulbereich in hohem Maße unzufrieden sind. Einerseits bringt die massive Zunahme von verhaltensauffälligen SchülerInnen Probleme mit sich, andererseits ist auch das Desinteresse vieler Eltern am Schulleben und an der Erziehung ihrer Kinder eine große Hürde für die Lehrkräfte. Defizitäre, träge, nur rudimentär vorhandene Hilfeleistungen der Schulbehörde geben ihr übriges dazu.
Zudem wird das steigende Volumen der bürokratischen Verwaltungsarbeit von den Lehrkräften kritisiert. Denn das Online-Schulverwaltungsprogramm erfordert wegen diverser Mängel einen überproportionalen Zeitaufwand. Und auch die geringe Anerkennung durch die Vorgesetzten demotiviert die Lehrkräfte.
Handlungsbedarf
Die PädagogInnen sehen in vielen Bereichen akuten Handlungsbedarf. Vor allem das Kaputtsparen der Schulen führt zu drastischen Einschnitten in der Ausbildung der Kinder. Die schlechten Rahmenbedingungen der ganztägigen SchülerInnenbetreuung sind daher dringend zu verbessern. Außerdem erfahren LehrerInnen durch die permanent steigende Anzahl der Krankenstandsvertretungen zusätzliche Belastungen in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Die Einführung einer Supplierreserve könnte diese negative Entwicklung stoppen.
Weiters sollen Netzwerke aus Schulsozialarbeit, SchulpsychologInnen und BetreuungslehrerInnen etabliert werden. LehrerInnen wünschen sich zudem eine gut funktionierende Kooperation mit den Eltern. Voraussetzung dafür ist allerdings die Akzeptanz als professionelle/r BildungsvermittlerIn.
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