Aprilscherze
Im 18. Jahrhundert schrieb Abraham a Santa Clara in "Etwas für alle": "Heut` ist der erste April, da schickt man den Narren, wohin er will". Auch Mozart griff das Thema auf: "Glaubt nicht an die Lügen des losen Mädchen, sie will euch schicken in den April". Wieder dürfen wir gespannt sein, was den Scherzbolden in diesem Jahr einfällt, um den ersten April zu "feiern" und so manche von uns zu Narren zu machen.
Woher kommt der Brauch zum 1. April?
Eine Antwort auf die Frage, woher denn der Aprilscherz käme, gibt es nicht. Es gibt jedoch einige mögliche Erklärungen, woher die Aprilscherze stammen könnten:
Im Jahre 1582 führte der französische König Karl IX. eine Kalenderreform durch, bei der der Jahresanfang vom 1. April auf den 1. Jänner verlegt wurde. Es brauchte mehrere Jahre, bis die Änderung in alle Winkel Frankreichs vorgedrungen war. Einige "Rebellen" feierten weiterhin den Neujahrstag am 1. April, weshalb sie von ihren Mitmenschen oft verspottet wurden. Dies war der Grund, warum die Feiern als Aprilscherz bezeichnet wurden.
Angeblich bat an einem 1. April eine 16-jährige Unbekannte Heinrich IV., König von Frankreich, der sich jungen Damen geneigt zeigte, schriftlich um ein heimliches Treffen in einem Lustschloss. Als Heinrich zu dem Tête-à-tête erschien, habe ihn dort der versammelte Hofstaat überrascht und begrüßt. Seine Gemahlin Maria von Medici solle ihm angeblich gedankt haben, dass er ihrer Einladung zum "Narrenball" gefolgt sei.
Viele Christen sehen den 1. April als Unglückstag. Er gilt als Geburts- und Todestag des Judas Ischariot, der Jesus Christus verraten hat. Zudem sei der 1. April angeblich der Tag des Einzugs Luzifers in die Hölle. Seitdem hoffe er darauf, dass die Menschen Sünden begehen und dafür in seinen Höllenfeuern schmoren müssen.
Aprilscherze
Aprilscherze werden von Jahr zu Jahr kreativer. Zu der häufigsten Art zählt noch immer das "in den April schicken". Dabei gilt es einen Narrenauftrag zu erfüllen, bei dem ein bestimmtes, mehr oder minder kostbares oder seltenes Objekt beschafft werden muss. Beispiele sind: Hühnerzähne, Taubenmilch, schwarze Kreide, gehackte Flohbeine, Kuckucksöl oder gesponnener Sand.
Aber auch Nachrichtenagenturen nutzten am ersten April schon "die Gunst der Stunde". So warnten internationale Nachrichtenagenturen des Öfteren zum 1. April vor dem Umweltgift Dihydrogen-Monoxid (H2O), einem Hauptbestandteil des sauren Regens, welches in Tumoren und Kernkraftwerken zu finden ist und beim Einatmen tödlich wirkt. Es handelt sich hierbei schlicht um Wasser.
2007 meldete die Internetpräsenz der Tagesschau, die Erkennungsmelodie der Sendung werde künftig nicht mehr jeden Abend von einem Orchester live gespielt. Lediglich der Gong werde weiterhin von Hand geschlagen.
Auch ohne zu wissen, woher der Brauch kommt, werden auch heuer wieder viele als Narr in den April geschickt! Aufpassen, auch Sie kann es treffen!
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