Leistungsunterschiede zw. Mädchen und Burschen
In Fächern wie etwa Mathematik zeigen Buben und Mädchen gegen Ende der Volksschulzeit in internationalen Vergleichsstudien fast die gleichen Ergebnisse. Ein anderes Bild bietet sich allerdings ab einem Alter von 15 Jahren, wie die PISA-Studie aufzeigt. So schneiden Buben in Mathematik in fast allen untersuchten Ländern besser ab als Mädchen. Im OECD-Schnitt konnten Buben um elf Punkte mehr erreichen als Mädchen. In Österreich lagen sie sogar um 23 Punkte vorne und hatten damit den größten Vorsprung in Mathematik.
Beim Lesen ist allerdings das Gegenteil der Fall. Dort sind Mädchen bereits in der Volksschule den Buben überlegen. Die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen, dass sich dieser Unterschied in der weiteren Schullaufbahn noch weiter verstärkt. So schnitten Mädchen im OECD-Schnitt um 38 Punkte besser ab, in Österreich sogar um 45 Punkte.
Die Ursachen für diese Leistungsunterschiede
Die OECD-ExpertInnen sind der Meinung, dass diese Unterschiede "eher auf Stereotype als auf unterschiedliche Begabung zurückzuführen sind". Dies zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse aus dem Bereich "Problemlösung". Hier schneiden 15-jährige Mädchen ähnlich gut ab wie ihre männlichen Altersgenossen, während sie beim Lösen mathematischer Probleme hinter den Burschen zurückliegen. Die Studie schreibt diesen Unterschied dem Kontext zu, in dem mathematische Probleme in der Schule präsentiert werden, aber auch den Zweifeln der Mädchen an ihren mathematischen Fähigkeiten.
Die BildungsexpertInnen der OECD konstatieren zudem, dass auch die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg und Beruf mehr von Stereotypen als von den tatsächlichen Fähigkeiten abzuhängen scheint. Mädchen würden zum Beispiel deutlich häufiger Lebenswissenschaften studieren als ihre männlichen Kollegen, obwohl sich die Leistungen in diesem Bereich kaum unterscheiden.
Anforderungen an Lehrkräfte
Die StudienautorInnen sind der Überzeugung, dass Lehrkräfte deutlich mehr für die Gleichberechtigung der Geschlechter tun könnten. Die PädagogInnen müssten sich der Erwartungen, die sie gegenüber ihren SchülerInnen haben, bewusst werden und "Strategien entwickeln, um das Selbstbewusstsein und die Motivation der SchülerInnen in ihren schwachen Fächern zu stärken". Die ExpertInnen geben aber auch zu, dass dies jedoch nicht alleine durch die Arbeit in der Klasse erreicht werden kann, es bedarf dafür ebenfalls einer Unterstützung der Gesellschaft. Lesen etwa sei eine kulturelle Praxis, die durch das soziale Umfeld beeinflusst werde. Um das Interesse von Buben am Lesen zu erhöhen müssten nicht zuletzt die Familien stärker eingebunden werden, so die ExpertInnen abschließend.
Quelle: APA-ZukunftWissen












